Griffon Nivernais
Geschichte:
Der Griffon Nivernais stammt aus dem gleichnamigen Distrikt in Zentralfrankreich. Er gehört zu einer der ältesten Laufhundrassen Frankreichs. Der genaue Ursprung ist bis heute unbekannt. Vermutlich verdankt er seine Drahthaarigkeit einem östlichen Windhund- und/oder Hütehund-Typus.
Ab dem 13. Jahrhundert ist die Rasse geschichtlich belegt unter dem Namen Chien Gris de St. Louis. Vermutlich kamen sie im Zuge des 4. Kreuzzuges nach Frankreich. Jedenfalls fanden sie in König Louis IX einen wahren Förderer und wurden entsprechend durch Einkreuzen anderer Laufhunderassen über Jahrhunderte immer weiter verfeinert. Selbst der Sonnenkönig, Louis der XIV, hielt sie in „Glanz und Gloria“. In ihrer Hochzeit jagten sie in riesigen Meuten, mit der französischen Revolution fanden die berühmten Nivernais-Meuten ein jähes Ende und gerieten in Vergessenheit. Erst im 20. Jahrhundert wurde ein entsprechender Club gegründet, der in mühsamer Kleinarbeit Hunde dieser Rasse zusammensuchte und wieder aufleben ließ. Heute bejagt man ihn wieder in ganz Frankreich und exportiert ihn weltweit. Es ist keinesfalls auszuschließen, dass diese Rasse an der Entstehung von Schweißhundrassen beteiligt war.
Aussehen und Wesen:
Robuster, rustikaler Typus. Sein Haar ist üppig, länger, rau und struppig. Etwas Bart und betonte Augenbrauen. Farblich werden Grautöne preferiert. Dunkel-, Wolfs-, Blaugrau bis hin zu Schimmel-, Schwarz-loh-, und Falbfarbenen. Grösse bis 62 cm. Gewicht bis 25 kg.
Der Griffon Nivernais besitzt ein freundliches und ausgeglichenes Wesen. Er ist intelligent und gelehrig, mutig, aber nicht waghalsig, mitunter etwas eigensinnig. Er sollte konsequent aber nicht mit harter Hand geführt werden. Er zeigt sich sehr führerbezogen, somit wäre eine absolute Zwingerhaltung nicht angezeigt. Entsprechend integriert und erzogen ist er ein ruhiges aber dennoch wachsames Familienmitglied.
Jagdliche Verwendung:
Damals rein für die Meutejagd auf Sauen und Wölfe gezüchtet wird er heute primär als „Allrounder“ am Mann eingesetzt. Besonders der „Freizeitjäger“ ist mit dieser Rasse gut bedient. Sie sind grundsätzlich leichtführig, arbeitsfreudig und anpassungsfähig in Feld, Wald und Wasser sowie im eigenen Heim.
Er besitzt eine sehr feine Nase, Fährtentreue und einen starken Finderwillen. Bei der Arbeit besticht er durch Ruhe und Konzentration, welches besonders bei der Schweißarbeit zum tragen kommt. Seine Nase klebt ständig konzentriert am Boden. Stöbern ist seine Domain. Leider ist er trotz seiner mittleren Größe relativ langsam. Dennoch ist er ein idealer Partner besonders auf Bewegungsjagden.
Sein Laut ist tief und weithin vernehmbar.
In Canada und USA wird er sogar auf Bär und Puma angesetzt.