Erblich bedingte Augenerkrankungen beim Basset Griffon Vendeen
Leider ist auch der PBGV nicht frei von erblich bedingten Erkrankungen. Eigentlich sind die Hund kernig, gesund und langlebig. Allerdings haben sie eine Schwachstelle, die Augen.
Beim den Typen des BGV gibt es rassebedingte Augenkrankheiten, die nachgewiesenermaßen vererbbar sind.
Eine der am meisten verbreiteten Erkrankungen ist die Membrana Pupillaris Persistens, MPP. Die Pupillarmembran ist ein Entwicklungsschritt in der embryonalen Entwicklung. Diese Membran sollte sich ca. 4 - 6 Wochen nach der Geburt in zurückgebildet haben. Diese Rückbildung kann aber auch unvollständig geschehen. Diese Reste werden als persistierende Pupillarmembran (Membrana Pupillaris Persistens MPP) bezeichnet. Sie zeigen sich bei Betrachtung des Augen fadenartig. Die „Fäden“ können von Iris zu Iris verwachsen oder auch zwischen der Iris und der Kornea, der Hornhaut des Auges. Während die Verwachsung Iris-Iris nicht zu größern Problemen führen sollte, kann eine Verwachsung von der Iris zur Hornhaut zu einem Katarakt (Linsentrübung) führen. Somit kann es zur Erblindung des Hundes kommen.Ein Hund, der eine Verwachsung Iris zu Iris hat, kann aber durchaus Welpen erbringen, die eine schwerere Ausprägung der MPP haben.
Eine weitere Erkrankung ist die Linsenluxation. Auch hier wird die Sehkraft eingeschränkt und es kann die Bildung eines Glaukoms begünstigen. Es können schmerzhafte Veränderungen auftreten, die gegebenenfalls die Entfernung des Auges zur Folge haben.
Beim PBGV wird ein autosomaler (monogener) rezessiver Erbgang vermutet.
Um das ganze besser zu verstehen, ist eine kleine Einführung in die Genetik unumgänglich. Der Hund hat 39 Chromosomenpaare. Die Chromosomenstränge beinhaltet die Desribonucleinsäure (DNS), die in viele Abschnitte, die Gene unterteilt ist.
Es gibt Gene die alleine ein Merkmal beinhalten (monogen), andere Merkmale werden durch verschiedene Gene zusammen beeinflusst (polygen).
Der dazugehörige Erbgang wird als monogener bzw. polygener Erbgang bezeichnet.
Bei der Zeugung neuer Individuen erfolgt zuerst eine Teilung der Chromosomen, die sogenannte „Meiose“. Diese Meiose findet bereits bei der Reifung der Keimzellen (Eier und Samen) statt. Somit gibt jeder Partner nur die Hälfte seiner eigenen Erbinformationen an die kommende Generation weiter. Hierbei spielt der Zufall eine große Rolle, denn es kann nicht bestimmt werden, welche Allele (Ausprägungen eines Genes) an das einzelne Individuum weitergegeben werden. Jedes Gen hat zwei Allele Selten sind die Allele „gleichberechtigt“. Normal ist eine Ausprägung als dominantes Allel oder eben als rezessives Allel. Ein rezessives Allel wird vom dominaten Allel verdeckt, bleibt aber erhalten und wird auch weitervererbt.
Was passiert nun, wenn man einen Hund, der das rezessive Gen trägt, mit einem Hund verpaart, der ebenfalls Träger dieses Genes ist. Mit einer 25%iger Wahrscheinlichkeit werden kranke Hunde geboren. Paart man einen trägerfreien Hund mit einem Hund, der das Gen trägt, erhält man zwar scheinbar gesunde Hunde, diese sind aber wiederum Träger des Genes. Werden allerdings zwei Hunde verpaart, die beide offensichtlich erkrankt sind, bekomme man sicher kranke Hunde.
Somit kann nur der Schluss gezogen werden, dass nachweislich erkrankte Hunde nicht in die Zucht gehören. Und nicht nur die Augenuntersuchung ist wichtig, viel wichtiger ist der Schluss, der vom Züchter daraus gezogen wird. Ein augenerkrankter BGV gehört nicht in die Zucht.
Die Problematik von Augenerkrankungen beim PBGV erkannte der französische Spezialclub bereits in den 1990-Jahren. Hier war es vor allem die Linsenluxation. Es wurden bestimmte Linien von der Zucht ausgeschlossen, bzw. durften nur unter strengen Prüfungen zur Zucht eingesetzt werden. Die gesamte Problematik ist also nicht neu.