Petit Basset Griffon Vendéen

de dep. Sarrelouis

 

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Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde ! 

Als ich gerade 12 Jahre alt geworden war, erkrankte meine Mutter in der damaligen schwierigen Nachkriegszeit an einer ansteckenden Krankheit und hielt sich bis zu ihrem Tode mehrere Jahre im Krankenhaus auf. Wegen der Ansteckungsgefahr wurden meine beiden jüngeren Schwestern und ich von unseren bisherigen Spielkameraden gemieden. So waren wir in unserer Freizeit vollkommen isoliert von anderen Kindern.

Um meine Freizeit sinnvoll gestalten zu können, half ich nachmittags und in den Ferien in einer nahen, kleineren Hühnerfarm. Hier lernte ich auch eine Schäferhündin kennen, die zu dieser Zeit einen Wurf Welpen hatte. Als Entschädigung für meine Leistungen erbat ich mir von dem Besitzer dieser Hündin einen Welpen. Ich bekam einen silbergrauen Rüden, der von nun an mein ständiger Begleiter wurde und in dem ich einen guten Freund gefunden hatte. Von nun an, war praktisch mein ganzes Leben von Hunden bestimmt. Einiges Tages, während meiner und meines Vaters Abwesenheit brach dieser Rüde aus seinem Zwinger aus und biss eines der Nachbarkinder, die ihn ständig während unserer Abwesenheit ärgerten und mit Steinen bewarfen. Wegen weiterer Gefahren in dieser Richtung musste ich diesen Rüden abgeben.

Die Trennung von diesem Hund geht mir heute, nach über 50 Jahren, immer noch nach.

In  den folgenden Monaten bekam ich wieder einen Schäferhundwelpen, den ich auch später zum Schutzhund ausbildete. Mit 17 Jahren bekam ich Bedenken über verschiedene Ausbildungs-Praktiken. Ab diesem Zeitpunkt lehnte ich weitere Ausbildung meiner Hunde ab. Lediglich legte ich Wert auf den Gehorsam meiner Hunde, konnte aber nicht einsehen, dass in anderen Prüfungssparten mit Gewalt „gearbeitet“ wurde. Auch wurde mir nach über zwei Jahrzehnten klar, dass die „Schönheitsideale“ für den Deutschen Schäferhund nicht nur körperlich sind, sondern sich auch im Wesen dieser Hunderasse negativ auswirken. Diese typischen Rassemerkmale des Gründers, Rittmeister von Stephanitz, wurden meines Erachtens vollständig außer Acht gelassen und der Gesundheitszustand vieler Deutscher Schäferhunde zeigte sehr wenig von dem international bekannten Gebrauchshund.

Ich erkannte für mich, das diese Hunderasse als „Haus- und Familienhund“ für mich nicht mehr möglich war.

Durch einen Zufall wurde ich Besitzer einer verwaisten, 5 Monate alten Irish Wolfshündin, die mich durch ihr gutmütiges Wesen ganz einfach faszinierte. Meine Enkel und ich verbrachten über 8 Jahre miteinander mit dieser wunderbaren Hündin. Sie wurde mein bester Lehrmeister. Zwischenzeitlich hatte dieser Hund es fertig gebracht, mich in meiner Theorie und Praxis im Umgang mit Hunden vollständig „umzuerziehen“, denn letztlich fehlte dieser Hündin im Punkte 'Gehorsam' lediglich noch der Zeigefinger um mir den Vogel zu zeigen, wenn sie schnell ein Kommando akzeptieren sollte. Das Kommando „Steh“ war das wirkungsvollste, denn letztlich bedurfte es wenig Anstrengung zur Ausführung. Im siebten Lebensjahr begannen Herzattacken diesen Hund in seiner Bewegungsfreiheit einzuengen. Da ich Angst hatte, dass bei einem plötzlichen Tod  des Hundes, mein Enkel sehr trauerten, suchte ich schon jetzt nach einem Hund mit ähnlichem Wesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Hündin Penny mit Nachwuchs

Ebenso, wie ich an diese Hündin gekommen war, fand ich im nahe gelegenen Frankreich bei einem Züchter einen  PETIT BASSET GRIFFON VENDÉEN.  Diese Rasse war mir bis zu diesem Zeitpunkt (vor über 6 Jahren) völlig unbekannt.  Penny, eine dreifarbige Hündin mit sehr gutem Wesen zog in meinem Hause ein. Sie entwickelte sich zu einer sehr liebenswerten Persönlichkeit und Spielgefährtin meiner Enkelkinder.  Penny und Dana, die Wolfshündin, freundeten sich an und wurden ein fast unzertrennliches Team. Das angenehme Wesen dieser großen, „selbstbewussten“ Hündin ließen die Petit-Hündin in ihrem Nachahmungstrieb sehr selbstsicher und wesensfest werden. Schließlich erlebte sie es ja bei Spaziergängen täglich, dass fast alle Menschen distanziert und oft in großem Bogen an ihnen respektvoll mit ängstlichen Blicken vorbeigingen. Schließlich begegnet man ja nicht jeden Tag einem Hund mit einer Schulterhöhe von fast einem Meter. Dann kam nach über einem Jahr der Tag, den ich am meisten fürchtete. Die Wolfshündin hatte Krebs und sah mich mit kranken, zum Teil bittenden Augen an, ihr den letzten Dienst nicht zu verweigern. Der Tag des Abschied war nicht mehr zu verschieben und meine  Dana schlief nach der Spritze friedlich im Garten ein.

 

Trotz meiner Trauer war ich doch ein wenig getröstet, dass ich ihr unnötiges, weiteres Leiden erspart hatte. Ebenso war die Gegenwart, der inzwischen erwachsenen Petit-Hündin Penny ein weitere Hilfe den Abschiedsschmerz zu erleichtern. Penny zeigte sich von ihrer besten Seite und meine Erfahrungen mit der Wolfshündin kam mir sehr gelegen, da manchmal ein unergründliche Verhalten dieser kleinen Kobolde mir viel zu denken gab. In den Rassemerkmalen wird dies  beschrieben  und auch eindeutig hingewiesen  Am meisten wundere ich mich über  mich selbst, wie dieser Hund und auch später weitere Hunde dieser Rasse es ganz mühelos schafften, dass ich all ihre Eigenarten ohne Verärgerung akzeptieren und ignorieren lernte. Es war einfach das angenehme, fast liebevolle Verhalten der kleinen Franzosen, denen man nicht böse sein kann. Ihr treuer Blick und das Wedeln mit dem ganzen Hinterteil sieht lustig aus und verleitet humorvoll über ihre Schandtaten hinwegzusehen. Hierdurch, glaube ich, kam mein Leitspruch, „es hätte noch viel schlimmer kommen können“ zustande.

 

 

Zwischenzeitlich stellte ich fest, wie selten diese Hunderasse im süddeutschen Raum vertreten ist und ich beschloss, mit Penny diese Rasse zu züchten.

Die bisher erworbenen Erfahrungen mit dieser Rasse veranlassten mich, als Deckrüden Hunde aus jagdlich geführten Zuchtlinien zu suchen, da diese Hunde im Rahmen ihrer Aufgabe als Laufhunde ein großes Laufpensum absolvieren und daher auch in jedem Fall gesund sein müssen um dies bewältigen zu können.

Dies sind nicht immer nach dem Rassestandard die schönsten, aber dafür charakterstarke, gesunde Hunde. Auch entsprechen diese Hunde eher dem aus ihrem Herkunftsland gezeigten Abbild, das nicht einem mehrfarbigen, gestylten Westi ähnelt.

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Meine Enkelin Cathrin mit
Vauban de dep. Sarrelouis

Hans Schäfer mit dem
V-Wurf de dep. Sarrelouis
 
Weiter sehe ich mich mit einer Hündin im Zuchtbetrieb vollständig ausgelastet in der notwendigen Beschäftigung mit den Welpen. Mehrere Würfe mit mehreren Hündinnen in einem Jahr wären für mich undenkbar.

Als  „Hebamme“ war ich meiner Hündin Penny bei 3 Würfen mit insgesamt 12 Welpen behilflich. Wie schön es war, wenn ich so ein kleines, nasses „Bündelchen Hund“ in der Hand trocknete und dann bei Penny anlegte, kann ich kaum beschreiben.

Noch mehr Freude, aber auch Arbeit und Zeit, macht es mir, diesen kleinen Vierbeinern mitzuhelfen am Anfang ihrer Prägezeit, die Gegenwart des Menschen als positiv zu vermitteln. Auch versuche ich, den richtigen Partner für die Zukunft dieses liebenswerten Geschöpfes zu vermitteln und freue mich immer riesig, wenn ich einen meiner „Zöglinge“ nach Monaten wieder sehe und feststelle, dass ich mit meiner Wahl richtig gelegen habe. Letztlich sollte ich dies für eine Zeit von rund 15 Jahren verantworten können.

Vor einigen Monaten habe ich wieder in Frankreich eine kleine Petit Basset Hündin gekauft. ANI (Anika) soll später einmal mithelfen, die Rasse weiter zu verbreiten. Auch sie kommt von jagdlich, geführten Eltern und zeigt auch unumwunden mit ständig am Boden haftender Nase, dass sie etliche Gene aus diesem Gebrauchsbereich mitbekommen hat. Ein kleines Energiebündel, dem jede Pfütze Wohlbehagen bereitet.

 

  

 

Zum Abschluß kann ich nur sagen, dass ich nach über 50 Jahre mit Hunden glücklich bin, jetzt als Familien- und Begleithund in dem Petit Basset Griffon Vendéen für mich und meine Familie einen friedlichen und liebenswerten Freund  gefunden zu haben. Seine Bewegungsfreudigkeit ist uns allen sehr zuträglich und sein Jagdtrieb mit dem richtigen Händchen ohne weiteres in den Griff zu bekommen. Mit Härte und Gewalt erreicht man bei diesen kleinen, schlauen Kobolden jedenfalls rein gar nichts. Inwieweit dieser kleine Franzose seine „Dienstbarkeit“ zulässt, liegt wohl an der Konzessionsbereitschaft seiner Besitzerin bzw. seines Besitzers.